Als Texter habe ich verdammt viel Glück gehabt

Detlef Krause: Texter. Fachbuchautor. KI-Helfer
Ah, Sie wollen mehr über mich wissen …

Ich habe verdammt viel Glück gehabt. Ich war Texter in einer Zeit, in der Texten richtig hip war. In der erstklassige Honorare gezahlt wurden und Texten eine Kunst war, für die es im Grunde keine Ausbildung gab, sondern nur „Learning by Texting“.

Am besten als Junior-Texter in einer großen Werbeagentur.

In denen Porsche fahrende Werbegurus ihre Textknechte in die Kunst des Werbetextens eingeweihten. Und die einen auch spätabends noch erbarmungslos an den Schreibtisch zurück schickten, weil der 15. Textentwurf immer noch grottenschlecht war.

Das war hart. Das war frustrierend.

Aber wenn man diese Texterhölle erstmal überlebt hatte, stand einer erfolgreichen Texter-Karriere nichts mehr im Weg.

Würde ich den Texter-Beruf heute noch jemandem empfehlen?

Klare Antwort: Nein. Der Grund: Seit November 2022 ist Texten keine Kunst mehr, sondern Wahrscheinlichkeitsrechnung. Mit dem Erscheinen von ChatGPT ist Texten zu einer Commodity geworden.

Jeder, der halbwegs fit auf dem Computer ist, kann sich von der KI einen Werbetext nach der PAS-Formel schreiben lassen. Oder einen 3.000 Wörter Blogpost in nullkommanichts.

Sind diese KI-Texte klasse? Hätte mein Creative Director mir dafür seinen Porsche für eine Spritztour in den Taunus geliehen?

Never, ever.

Aber für die meisten da draußen, die zahlenden Textauftraggeber, dürfte die Textqualität durchaus genügen.

Natürlich könnte ich jetzt sagen: Nach mir die Sintflut

Mit 65+ brauche ich keine Texter-Jobs mehr. Sollen doch die anderen schauen, wie (und ob überhaupt) sie mit dem Texten noch Geld verdienen können.

Aber nein, dazu liegt mir das Texten viel zu sehr am Herzen. Und, zugegeben: Ich bin auch ein bisschen nerdig, wenn es um KI und Texte geht.

Deshalb habe ich meine Website hier komplett umgekrempelt.

Sie brauchen jetzt ganz sicher keine Tipps mehr, wie man gute Texte schreibt. Oder Headlines noch ein bisschen knackiger macht. Das kann in weiten Teilen schon die KI.

Aber, wenn ich Sie wäre, würde mich viel mehr interessieren:

Welche Auswirkungen hat die KI auf meine Textarbeit?

Sei es dass Sie Freelance-Copywriter sind, Texterin in einer Agentur oder in Marketingabteilungen Texte schreiben.

Wie es scheint, gibt es vor allem drei bedeutende Konsequenzen:

  1. Viele Routinetexte lassen sich schneller und günstiger mit der KI erstellen.
  2. Und weil das auch die Kunden und Chefs wissen, erhöht sich die Schlagzahl bei der Textproduktion. Texte, wofür man Ihnen – vor der KI – gerne einen ganzen Tag zugestanden hatte, das können Sie jetzt doch locker in zwei Stunden erledigen, oder? Also bleibt noch Zeit für drei weitere Texte. Auf, auf!
  3. Die Wertschätzung für Ihr – oft über lange Jahre erworbenes – Text-Know-how sinkt rapide. Was Druck auf die Texterhonorare machen dürfte. Oder gar im Rausschmiss endet.

Die Lösung?

So viel ist sicher: Es nützt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken und die KI als Teufelszeug abzutun. Oder darauf zu setzen: KI-Texten fehlt die Emotion, sie können nicht die feinen Nuancen herausarbeiten. Und humorvoll schreiben, ist ganz sicher nicht ihr Ding.

Aber hätten Sie mich noch Oktober 2022 gefragt, ob ein Computer jemals eigenständig Texte nach Wunsch generiert. Ich hätte das als Science Fiction Spinnerei abgetan.

Inzwischen bin ich vorsichtiger: Vielleicht sind wir nur noch ein, zwei ChatGPT-Versionen vom Human Texting entfernt? Deshalb:

Bleiben Sie wachsam. Und starten Sie hier!