Müssen Texter jetzt Angst vor der KI haben?

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Mit 304 Wörter pro Minute hat der 16-jährige Gamer „Mythicalrocket“ aus Florida den bisherigen Tipp-Weltrekord von 300 Wörtern pro Minute gebrochen. Den Rohtext zu diesem Beitrag (473 Wörter) hat mir ChatGPT in 13,75 Sekunden getippt. Macht 2064 Wörter pro Minute – inklusive Ausdenken. Kein Wunder, dass bei einigen Texterinnen und Textern die Alarmglocken läuten.

Wird KI Texter ersetzen?

Die bestplatzierten Artikel zum Thema „Wird KI Texter ersetzen?“ stammen, wie ein Blogbeitrag auf durable süffisant bemerkt: „entweder von a.) Textern [die sich selbst Mut machen] oder b.) Unternehmen, die versuchen, KI-Tools für das Texten zu verkaufen.

Es ist ein bisschen wie das Pfeifen im dunklen Wald. Denn die Frage ist für uns Texter ja nicht, was aktuell passiert. Sondern: Wie sieht’s in den nächsten 5 Jahren aus?

Über 70 KI-Text-Tools kämpfen derzeit um Ihre Text-Aufträge

Bleiben wir bei den Fakten: Capterra bietet derzeit mehr als 70 KI-Textwerkzeuge, die angeblich alles bewältigen können, von langen Blogbeiträgen bis hin zu Facebook-Anzeigen.

AI Copywriting Tools wie Jasper oder Neuroflash locken schon jetzt mit über 50 Textvorlagen. Viele für Texte, die Sie momentan noch für Ihre aktuellen Kunden schreiben. Fragt sich:

Wie lange werden diese Textjobs noch auf Ihrem Schreibtisch landen?

Zugegeben, diese KI-Texte sind nicht immer das Gelbe vom Ei. Doch „Who cares?“ werden Kunden sagen, die textlich vielleicht weniger ambitioniert sind als Sie. Laut Paretoprinzip reicht ja schon 80% der Qualität.

Bad News for Low-Level-Texter

Schlechte Nachrichten also für Texter und Content Broker Autoren, die sich auf „Low-Level“-Jobs wie Produktbeschreibungen oder Listicles spezialisiert haben. Die KI wird sie Ihnen streitig machen.

So brachte die Washington Post die Meldung, dass in San Francisco eine Texterin wegen ChatGPT entlassen wurde. Sie geht dort jetzt als Hundesitterin Gassi.

Ein Extremfall? Möglicherweise.

Aber wer weiß, vielleicht trifft es bald auch viele andere? Oder gar Sie, wenn Sie in einer Marketingabteilung tagein, tagaus 08/15 Texte runterschrubben?

Zeit für ein Up-Skilling

Wenn Sie sich bisher mit „Brot-und-Butter-Jobs“ über Wasser gehalten haben: Sie müssen sich ganz schnell neue Skills raufschaffen. Text-Skills, die weit über das hinausgehen, war rein KI-generierte Texte bieten können. Oder man wird sich leider, leider von Ihnen verabschieden.

Halleluja – wenn Sie mehr drauf haben!

Für diejenigen unter Ihnen, die bereits „gut im Saft“ stehen, kreativ sind und langjährige Erfahrung im Texten haben: Halleluja! Ihnen dürfte die KI nicht so schnell das Wasser reichen.

Denn wenn es um emotionale Texte geht, das empathische „Packen“ von Lesern und Kunden, ist die KI momentan stumm wie ein Fisch. Ihre Profi-Skills kann, wie Brand New Copy und Crafty Copy betonen, die KI – zumindest in naher Zukunft – nicht ersetzen.

Ki-Tools können Ihnen als Profi-Texter nicht schaden

Im Gegenteil! Wer texten kann, weiß die KI-Tools sinnvoll und zeitsparend zu nutzen. Als besonders hilfreich nennt Netkin die KI beispielsweise zur:

  • Effizienzsteigerung in der Content-Produktion: Inhalte lassen sich unter Ihrer Texter-Supervision vortexten und nachoptimieren.
  • Qualitätsoptimierung durch Technologie: Grammatikfehler, Tippfehler, Rechtschreibfehler erkennen: Die KI steigert die Perfektion Ihrer Texte.
  • Markenkohärenz auf Autopilot: Die durchgängige Markenstimme und -persönlichkeit Ihrer Texte wird von der KI überwacht.
  • Hyperpersonalisierter Content: Den gleichen Basistext können Sie mit einem einfachen Prompt für verschiedene Zielgruppen schnell umtexten lassen.

Den Text hier habe ich dann übrigens doch nicht die KI texten lassen ;-)

Auch wenn mir ChatGPT den Rohtext in 13,75 Sekunden lieferte. Hatte ein paar interessante Ansätze, war aber allgemeines Blabla, mit dem ich Sie nie im Leben bis hier unten in den Text gezogen hätte.

Also: Bleiben Sie dran beim Texten. Die KI ist nicht Ihr Angstgegner, sondern Ihr Sparrings-Partner zu noch besseren Texten.